8. Perlenfischen

Bereits im Blog über „Bänder und Blumen“ erwähnt, wird der Pfauenkrönungsmantel natürlich noch feinst herausgeputzt. Mit Bändern, Perlen, Applikationen und allerlei anderen Stickereien. Das Erwerben des richtigen Materials für die beabsichtigte Wirkung darf man keines Falls unterschätzen! Schon in früheren Jahrhunderten war dieser Aufputz um einiges kostspieliger anzusetzen, als der Stoff und das ganze Ensemble nebst Stundenlohn für die Handarbeit.

Man könnte meinen, dass es sich hierbei doch nur um das zuckrig-buttrige Toping eines Cupcakes handelt: Süß, Klebrig und Billig. Aber das Gegenteilige ist der Fall. Material von hoher Qualität, selbst im kleinsten Detail, fügt sich zu einem kostbaren Gesamteindruck zusammen. Nicht umsonst sehen die meisten Faschingskostüme auch so aus, als hätte man es besser sein lassen sollen. Billige Materialien lassen einem einfach auch billig aussehen.

Nicht aber bei mir: Hier soll es prachtvoll und von unwiderstehlicher Eleganz zeugen, was mein Füllhorn mir da schenkte.

Für die Motive und Dekorationen werde ich mich an Elementen des Jugendstils orientieren. Ich habe eine Schwäche für diese Zeit. Sowohl in der Architektur als auch in den Möbeln finde ich mich wieder. Aber ganz besonders hat es mir das Schmuckdesign dieser Epoche angetan:

Hier eins meiner Lieblingsstücke: René Lalique, Brosche mit Pfau ca. 1898-1900. Gold, Emaille, Opale und Diamanten. 9,3×18,7 cm

Mich dünkt schon eine ferne Ahnung der Motive für die Dekoration, doch viel mehr geht es mir im Moment um das richtige Material, welches Odem vermag zu spenden. In der heutigen modernen Zeit gibt es alles in Hülle und Fülle; in meinen Augen fast schon in Überfülle – und das meist extrem künstlich und in billiger Qualität. Doch da mein Füllhorn an Ideen reich, aber an Banknoten arm ist, muss auch ich schauen wie ich da das richtige Maß finde.

Unbedingt sehe ich Perlen an meinem Krönungsmantel zierend wohnen. Perlen tragen fernweltliche Magie in sich. Es scheint als bestünde ihr Lüster aus dem eingefangenen Licht einer anderen Welt oder manifestierter Elfentränen – da war sie wieder: meine mystische Parallelwelt. Mein Krönungsmantel wird ihnen den Ruhm und die Präsentationsfläche geben, der Ihnen gebührt. Perlen durch meine Hand zu kunstvollen Preziosen und Ornamenten verbunden, werden ihn zahlreich zieren.

Da ich aber keinen Perlenfischer in meinem direkten und indirekten Umfeld habe, wird es wohl schwierig an dies leuchtende Kleinod zu kommen. Und außerdem dauert es ja auch viel zu lange, die Perlen herzustellen zu lassen. Mutter Auster braucht bei Zuchtperlen Jahre und bei natürlichen Perlen Jahrzehnte, um die Elfentränen zu binden und im kugeligen Zustand der Welt zu offerieren. Ich begab mich auf die Suche nach einer Alternative…

Die Perlen eines großen Kristallherstellers haben sich als die beste Alternative, Eleganz mit vernünftigen Preisen zu verbinden, herausgestellt. Sie kommen der natürlichen Perlenpracht am nächsten. Ergänzt durch verspiegelte Kristallglasrocailles und funkelnd geschliffenem Doppelkegelkristallglas, erschaffe ich wertvolle Kleinode von mystischer Pracht. Das Purpur des Mantels und die Farben der Perlen in Cremeweiß, dunklem Purpur und Tahitiblaugrau, gepaart mit funkelndem und spiegelndem Kristall, entfachen ein spektakuläres, aber dennoch leise-elegantes Preziosenfeuerwerk.

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