4. Der Weihnachtsmann muss es richten

Wenn man an Krönungsmäntel denkt, fällt einem sofort was ein? Genau: roter Samt, Hermelin, Stickereien und eine weite Gewandung, wenn nicht sogar Schleppe… Keine eng anliegende Paillette oder gar ein schnöder Anzug. Alles muss schön weit und imposant sein! Es ist ja auch für einen zukünftigen König oder eine Königin!

Zur Recherche habe ich mir unterschiedlichste Krönungsgewänder angeschaut. Eins war auch in der Ausstellung des Deutschen Historischen Museums zu sehen – schwarze Seide mit Goldstickerei, der helle Wahnsinn!

Vielen Mänteln liegt das klassische Schnittmuster eines Radmantels zu Grunde. Wertvolles Material, prachtvolle Stickerei, edler Pelz und Edelsteinbesatz machen ihn erst kostbar. Der ein oder andere Radmantel wurde etwas verlängert, damit die Macht noch deutlicher wurde. Denn je reicher verziert und je üppiger und verschwenderischer man mit dem Material umging, umso machtvoller oder reicher war die Person. Da ich es nicht bin, begnüge ich mich einfach mit den Reichtümern, die ich in mir trage und die, die ich mir leisten kann.
Für meinen Mantel sehe ich eine Schleppe vor. Nicht unbedingt 5-7 Meter lang, aber doch so, dass man etwas Personal braucht, um alles in die rechte Falte zu bringen.

Schleppen findet man meist ja nur bei Brautkleidern. Der Gedanke war aber mal gar nicht so schlecht, denn ich fand bei den Brautkleidern eine tolle Beschreibung von unterschiedlichen Schleppenarten: Pinsel, Hof, Kapelle, Kathedrale, Königliche Schleppe – AHA, da war sie doch schon, die Königliche! Auf der Homepage von „miss solution“ könnt Ihr einige wunderbare Beispiele zu den Schleppen sehen!

http://www.miss-solution.com/fashion/brautkleid-schleppe/

Für die, die noch heiraten wollen eine gute Inspirationsquelle. Für mein Vorhaben doch leider weniger passend. Denn ich möchte ja kein königliches Brautkleid kreieren – hmmm….Moment…vielleicht ja als nächstes Projekt?!

Als ich jedoch weiterlas, kam ich zu der Rubrik: Schleppenvarianten – und dort fand ich nun die passende Idee: Die Mantel-Schleppe. Ein Mantel, der über einem Untergewand getragen wird und nach hinten in einer Schleppe ausläuft. Die Grundidee war nun vollkommen, somit musste noch der passende Schnitt her!

So richtig überzeugte mich das im Internet Feilgebotene aber nicht.

OK – selbst ist der Mann! Dann konstruiere ich mir eben einfach einen selbst, dachte ich. Radmantel, Schleppe dran – zack! Fertig. Mein ideenreiches Füllhorn wird mich da schon unterstützen…

Ja-ha….sooo einfach ist das nun dann auch wieder nicht. Andere machen dafür eine Lehre oder Studieren. Ich habe leider nichts von alle dem – wie anmaßend mein Gedanke war!

Kaum sind die Feiertage vorbei und das Jahr steht noch ganz am Anfang, muss ich den guten alten Weihnachtsmann noch mal zurück bitten. Nix mit Urlaub für ihn!

Für die Heideköniginkrönungszeremonie hatte ich mir einen Schnitt für einen Weihnachtsmannmantel in klassischer Manier von „Butterick“ kommen lassen. Diesen dann aber nicht weiter genutzt. Nun sollte er seiner wahren Bestimmung anheimfallen: Der Erschaffung des Pfauenkrönungsmantels…

Das Rückenteil erweiterte ich um einen Kreisbogen mit dem Radius der unteren Mantelkante. Danach fügte ich Rückenteil und rechtes Vorderteil zusammen, nahm eine Kordel und verband den äußersten Punkt des neuen Schleppenkreises mit der äußeren Kante des Vorderteils. Schneiderpapier drunter, mit Tesa alle lockeren Kanten fixiert und dann entlang der Schnur schneiden. Beide Teile wieder auseinanderdividieren und fertig sind die Vorlagen für die Mantel-Schleppe-Elemente, die es nun demnächst gilt aus Oberstoff und Futterstoff zu zuschneiden…

Eine Antwort zu “4. Der Weihnachtsmann muss es richten

  • Es wird! Du hast alles schon vor deinem geistigen Auge.
    Weiterhin viel Spaß beim Überlegen, Kreieren, Suchen und Finden.

    LG von der Queen

Hinterlasst doch einen Pfauenrat für Argus

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