2. Eine Idee erfährt eine Inspirationsexplosion

Da war sie nun, diese spektakuläre Idee „Argus‘ Pfauenkrönungsmantel“ zu erschaffen…

Mir schwebte dazu eine knöchellange Robe mit einer ausladenden Schleppe vor. Die Schleppe als Sinnbild des Federrades. Noch auf der Fahrt nach Hause, die 7 Meter lange Stoffbahn im Gepäck, begann ich erste Skizzen zu machen. Dazu müsst ihr wissen, dass ich kein ausgebildeter Schneider bin oder gar Modezeichnung studiert habe. Ich bin jemand, der immer irgendwelche Ideen für Kleidung im Kopf hat, diese aber meist nicht im Handel findet. Also begann ich vor einigen Jahren mir einfach den Schal und die Mütze selbst zu nähen, die mir so vorschwebten. Du lieber Himmel! Das brauchte alles seine Zeit, um das Handwerk der Schneiderei zu verstehen – heute bin ich zwar soweit, dass ich gerade Nähte hinbekomme, aber für den phantastischen Beruf des Schneiders bedarf es weit mehr. Ich bewundere Euch und meine Mutter, die als gelernte Maßschneiderin mir per Telefon immer guten Rat gibt.

Gut, die Silhouette des Mantels war grob festgelegt. Aber so schmucklos darf dieser Mantel keinesfalls sein! Bestickt, appliziert, verziert muss er werden – das war spätestens durch die Erinnerung an die Ausstellung „Fashioning fashion – Europäische Moden 1700 – 1915“ im Deutschen Historischen Museum (DHM) für mich klar!

Nichts ahnend, wie mich diese Ausstellung beeinflussen würde, ging ich in einer längeren Arbeitspause an diesem Tag mit einer Kollegin spontan ins DHM. Das Konzept dieser Ausstellung war es, die Wandlungen in der Europäischen Mode von 1700 bis 1915 aufzuzeigen. Anstatt chronologisch durch die Zeiten zu wandern, lenkten die Kuratoren und Ausstellungsmacher ihr Augenmerk auf vier wesentliche Merkmale der Mode: Kleidersilhouette, Textur der Textilien, Form – technische Raffinessen und letztendlich der Bereich der Dekoration, der in mir einen Sturm an kreativen Gedanken und Faszination für diese Handarbeiten auslöste. Damit Ihr Euch eine Vorstellung von dieser außergewöhnlichen und wundervollen Ausstellung machen könnt, verlinke ich hier ein kurze Dokumentation, die das DHM dazu veröffentlicht hat:

Ich kaufte mir sofort das große Buch zu dieser Ausstellung, um mich zuhause weiter in dieses Thema einzulesen. Denn nun hieß es wieder: Zurück an die Arbeit!